Abendrot über dem Bodensee bei Steckborn

Sturmwarnung

Ich mag den Bodensee und seine Lichtstimmungen. Bernd hat dort schon faszinierende Stimmungen eingefangen.
Stefan Somogyi ist für mich die Königsklasse der Bodenseefotografie.

Letztes Wochenende war ich selbst am Bodensee. In erster Linie zum zelten mit einer meiner Töchter und einem Kumpel mit seinen Kids.
Die Aussicht von unserem Zeltplatz hat mich so fasziniert dass ich neben Sonenbrandpävention, Schattensuchen und Mückenjagdt die Kamera zückte und die Stimmung am See einfing.

Am Freitag Abend war es ein herrlich romantisches Bild, welches sich mir zeigte. „Der Himmel brennt“ von Wolfgang Petry wurde in Bild festgehalten.

Abendrot über dem Bodensee bei Steckborn

Am zweiten Abend war Sturm angesagt. Im Vorfeld freuten wir uns auf etwas Action mit Regen und leichtem Schütteln an unserem Zelt. Bevor wir uns ans Trockene zurückzogen fing ich „die Ruhe vor dem Sturm“ ein. Mir gefiel es wie der Klettereisberg sich in den letzten Lichtstrahlen aufhielt und im Hintergrund bereits die Niederschläge sichtbar sind.

"Ruhe vor dem Sturm"

Was wenige Minuten später über uns hereinbar hat wenig mit Fotografie und noch weniger mit Pfadfinderromantik zu tun. Die reinen Fotofreaks können also getrost wegklicken.

Für alle LeserInnen, welche Geschichten aus dem Leben mögen hier die Kurzzusammenfassung. Es braute sich ein heftiger Sturm zusammen. Badegäste wurden per Megaphon aus dem Wasser gerufen, während am gegenüberliegenden Ufer erste Blitze zuckten. Wir verkrochen uns mit dem Kids im Zelt aber schon kurze Zeit später war für diese nicht mehr an Schlafen zu denken. Ein Sturm fegte mit über 120km/h über Steckborn. Dieser rüttelte extrem stark an unserem Zelt. Erste Heringe (heissen in Deutschland die „Zeltanker“ auch so?) wurden durch die Kraft des Windes aus dem Boden gerissen. Das Aussenzelt schlug kräftig gegen das Innenzelt und die Regentropfen wurden von den Sturmböhen  durch das Innenzelt in den Innenraum gedrückt und die Luft wurde feucht. Die Zeltstangen drohten zu knicken und so mussten wir nach einigem Wiederstand, die Übermacht der Naturgewalt akzeptieren. Wir  flüchteten mit unseren Kids aus dem Zelt zu einem nahegelegenen Unterstand.
Dort angekommen legte sich der Sturm so schnell wie er gekommen war. Für unseren Zeltinhalt war es jedoch zu spät. Sämtliche Kleider, Schlafmatten und Schlafsäcke waren durch und durch nass. Einzig die Kuscheltiere, welche unsere Kinder zum Unterstand gerettet hatten und einige wenige Wertgegenstände blieben trocken.

Zelttechnisch obdachlos gingen wir zum Kollegen nach Hause, machten heissen Kakao, guckten Kinderzeugs am TV und erzählten uns von den abenteuerlichen Erlebnissen im Sturmzelt.

Am nächsten Tag wurde aus der Panik und Angst der Kinder langsam aber sicher Abenteuerstolz. Jeder Person der sie begegneten erzählten sie stolz die Geschichte mit dem Zelt, dem Sturm und den nassen Kleidern.
Die zwei Tage Sonnenschein die wir zuerst hatten waren schön, friedlich und nett. So wie es viele nette Sonnentage in einem Sommer gibt. Ich bin überzeugt. Die Geschichte mit dem Zelt werden sie vermutlich noch ihren eignen Kindern erzählen.

 

1 Antwort
  1. Stefan Somogyi
    Stefan Somogyi says:

    Herzlichen Dank, Dario für deinen Beitrag und die Erwähnung von mir. Es freut mich, dass Dir meine Bilder Inspirationen geben und Du Dich wohl fühlst am Bodensee.

    Liebe Grüsse Stefan

    Antworten

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