Blende 3.5

Die Blende in der Makrofotografie

Vorwort:

Manche Dinge kapiere ich erst wenn ich sie selbst erlebe.
Ja nach eigenem Wissens- und Erfahrungsstand, kannst du bei dem folgenden Artikel also über meine Unwissenheit schmunzeln. Ich mag es Dir gönnen 🙂
Vielleicht kannst du aber (so wie ich) etwas lernen. Dazu dann weiter unten mehr.

Allgemeinwissen in der Fotografie

„In der Makrofotografie liegt der Schärfebereich innerhalb weniger Millimeter“
Das habe ich schon öfters gelesen und sehr oft selbst durch den Sucher oder auf dem Liveview Monitor meiner Nikon D90 gesehen.
Ja hat denn die Blende in der Makrofotografie wenig/keinen Einfluss auf den Schärfebereich?
Das habe ich mich öfters gefragt und ging der Sache jetzt auf den Grund. Denn aus Erfahrung wird man Klug.

Versuchsaufbau

Ich setzte meine drei Models auf den Doppelmeter und montierte die Kamera mit 90mm Makroobjektiv auf dem Stativ. Ich fokussierte manuell auf die Zahl 11 des Doppelmeters. Für Licht sorgte ein SB900, der bei grossen Blendenzahlen (also wenig Lichtdurchlass) überfordert war, deshalb habe ich die Bilder in Lightroom teilweise aufgehellt. Jetzt wurde fotografiert. Von Blende 3.5 bis 22.

Das Ergebnis

Hier eine Auswahl der Fotoreihe.

 

Der WOW-Effekt – jetzt wird’s peinlich

WOW: Der Schärfebereich ist ja bei den grossen Blendenzahlen viel grösser als ich erwartet hätte. Sowohl im Sucher als auch im Liveviewmodus sah dies nie so aus aber warum?!
Na klar, im Sucher sieht man das Bild ja auch nicht mit der effektiven Blende, sondern mit der kleinstmöglichen Blende des aufgeschraubten Objektives.
Selbiges gilt auch für den Liveviewmodus. Wenn ich es „richtig“ sehen will, muss ich durch den Sucher blicken und die Abblendtaste (Bei der NikonD90 neben dem Objektiv) drücken.
Das hatte ich schon öfters gelesen aber richtig gepackt habe ich dieses Wissen erst durch diese Übung.
Vielleicht fragt sich jetzt die eine oder der andere, warum das die Kamera nicht automatisch richtig anzeigt. Teste es einfach mal bei Blende 22 in einem mittelmässig beleuchteten Raum ohne Tageslicht. Es wird ziemlich düster, denn dann kommt nicht mehr viel Licht durch das Objektiv.

Peinlich?

Es geht, ich kann gut über mich selbst lachen und wer weiss, vielleicht kann eine/einer meiner LeserInnen durch meine „Blamage“ etwas lernen. Ich bin jedenfalls froh, diesen Versuch gemacht zu haben und ich habe mehr gelernt, als ich anfangs erwartet hätte 🙂

Übrigens:

Was ich in der 100%-Ansicht ebenfalls deutlich sehe ist ein Verlust an Schärfe (im ganzen Bild) bei den hohen Blendenzahlen. Ebenfalls etwas das ich wusste dass es so ist, aber jetzt mit meiner Kamera und meinen Bildern selbst erlebte.

Und ihr so?

War dieses Wissen bei Euch schon in Fleisch und Blut?
Habt ihr ähnliches auch schon erlebt –  das Wissen erst durch „erleben“ verinnerlicht wurde? Schreibt es doch in einem Kommentar oder falls ihr darüber gebloggt habt, verlinkt den Blog.

7 Antworten
  1. Claudio
    Claudio says:

    Ich finde Deine „Unwissenheit“ gar nicht peinlich, sondern eher sehr aufschlussreich. Ich habe mir selbst erst kürzlich ein Makro Objektiv gekauft und muss ein solches Aha Erlebnis selber noch erarbeiten.

    Antworten
    • Dario
      Dario says:

      Danke für die Aufmunterung. Hatte gestern ein Gespräch mit einem langjährigen, engagierten Freizeitfotografen, dem war dieses Phänomen und dessen Ursache auch noch nicht bekannt.
      Ist das „Phänomen“ bei Canon das Selbe?

      Antworten
  2. Christina
    Christina says:

    Hey Dario, ich finde es gut, dass du uns an deinen Erkenntnissen teilhaben lässt. Jeder lernt auf seine Weise dazu und nur lesen ist was anderes als es ausprobieren.
    Braucht dir also nicht peinlich sein.

    Durch solche Aha-Erlebnise habe ich auch und durch die lernt man am meisten – und vor allem bleibt es dann auch sitzen 😉

    Also weiterhin viel Freude am lernen und ausprobieren und fotografieren.

    VG Christina

    Antworten
  3. Sam
    Sam says:

    Kenn ich, vieles muss man einfach selber erleben, um es wirklich zu verinnerlichen.
    Das Matschige bei geschlossener Blende gehörte bei mir auch dazu. Das nennt man Diffraktion oder auch Beugungsunschärfe.

    Antworten
  4. mamo
    mamo says:

    na, na so peinlich ist das gar nicht 🙂

    ich hätte jedoch den versuchsaufbau etwas anders gemacht und den meter im rechten weinkel von der objektivachse auf den tisch gelegt und das ganze etwas von oben fotografiert. (so ca. 45 grad)
    so hättest du die bessere kontrolle respektive visualisierung wie die schärfe abgebildet wird!
    das problem mit der unschärfe bei ganz niedrigen und hohen blenden ist übrigens bei den teureren objektiven weniger schlimm. meistens reicht ein abblenden um 1 blende schon.

    frohes testen! 😉

    Antworten
    • Dario
      Dario says:

      Danke für die Peinlichkeitsberuhigung und den Tipp 🙂
      Hatte mir zuerst einen solchen Versuchsaufbau überlegt, hätte dann aber für meinen Geschmack zu sehr nach Kameralabor ausgesehen und dafür war das Ganze dann zu „handgestrickt“.
      Wenn von Abblenden gesprochen wird, ist damit jeweils eine Blende von beiden Grenzen (oben und unten)?

      Antworten

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