Böse Jungs im Sägemehl

Böse Jungs im Sägemehl?

Nicht zwingend ein reisserischer Titel!
Sie werden „die Bösen“ genannt, die besten Schwinger der Schweiz und ihr Kampf findet auf Sägemehl statt.

Diesen Sommer besuchte ich ein Schwingfest in der Region, an welchem sich Jugendliche in verschiedenen Altersklassen ins Sägemehl stürzten.
Es war ein herrlicher Tag. Ich konnte mich direkt an den Wettkampfringen positionieren mit meiner Kamera. Es gab viel Action, viel Ausdrucksstarke Schwinger und Zuschauer sowie eine Tolle Stimmung. Ich fühlte mich als richtiger Schweizer 😉 Denn Schwingen ist eine echt schweizerische Sportart die sich mit Ringen vergleichen lässt. Einige dieser Besonderheiten, habe ich hier festgehalten.

Anstelle von Technik, Bildaufbau und Hintergrundinfos zur Kamerakonfiguration werde ich in diesem Beitrag etwas zu dieser Ur-Schweizerischen Sportart schreiben.

Schwingerhosen, Sennenhemd und kräftige Hände

Bevor es in den Ring bzw. ins Sägemehl geht, ziehen die beiden Kämpfer eine spezielle Hose – die Schwinghose – an. Diese verfügt über Lederriemen für die verschiedenen Griffe.
Abhängig von der Mannschaft und Hintergrund des Schwingers trägt er ein Sennenhemd mit klassischem Enzianmuster oder weisse Ober- und Hosenbekleidung.
Zu Beginn des Kampfes stehen sich die Schwinger gegenüber und starten in einem Grundgriff, bei welchem sie sich an den Schwinghosen packen.

Kämpfen, Schwingen und Fliegen

Wenn der Kampfrichter den Kampfstart anzeigt, geht es los. Beide Kämpfer versuchen sich in eine günstige Ausgangslage zu bringen, um den Gegner mit beiden Schulterblättern ins Sägemehl zu drücken.
Dazu wird durch geschicktes Hochheben, der Gegner zu Boden gebracht. Das dabei reichlich herumfliegende Sägemehl unterstreicht dankbar die Action bei der Fotografie.

Gegenwehr, Niederlage und Sägemehl im Gesicht

Meist nach wenigen Sekunden im Stehen geht der Kampf in Bodennähe weiter. Der Kämpfer in der Defensive versucht durch Windungen und Überraschungsangriffe die Niederlage zu verhindern und den Gegner in die Defensive zu bringen. Der Kampfplatz ist ein Kreis aus Sägemehl. Der Durchmesser 7-14 Meter und etwa 20cm tief. Auf diesem Untergrund findet dann die letzte Phase des Kampfes statt.

Sieger ohne Starallüren

Ein kleines Ritual beim Schwingen gefällt mir besonders gut.
Ist der Kampf vorbei klopft der Sieger dem Verlierer das Sägemehl vom Rücken.

Charakterköpfe

Das Jodlerchörli mit Altersdurchschnitt 85 habe ich leider verpasst mit meiner Kamera. Einige andere Gesichter habe ich eingefangen und stelle sie an den Schluss von diesem Beitrag.

Wer noch mehr über das Schwingen erfahren will, wird unter anderem bei Wikipedia und Youtube fündig.

 

4 Antworten
  1. Bernd
    Bernd says:

    Das ist ja eine interessante Sportart, aber viel interessanter noch finde ich deine Bilder. Gefallen mir alle durchweg gut und du hast die Action und Eindrücke schön eingefangen?

    Ist das ein spezielles Preset mit dem du die Bearbeitung durchgeführt hast?

    Antworten
    • Dario
      Dario says:

      Hallo Bernd
      Freut mich dass dir die Bilder gefallen. Selbst bin ich teilweise zu kritisch oder zuwenig kritisch, da hilft mir die „Aussensicht“. Wie kann ich dein Fragezeichen am Schluss des ersten Absatzes verstehen?

      Ja es ist ein spezielles Preset. Ich bin derzeit Fan vom Schmodder-Lock aus der Presetsammlung des LR3-Buches von Paddy:
      http://neunzehn72.de/mein-lightroom-buch/

      Ich überlegte zuerst diese Serie in S/W zu machen, aber das Preset passte in meinen Augen zu dieser „urchigen“ Sportart. Gefällt dir die Farbstimmung des Presets?

      Antworten
      • Bernd
        Bernd says:

        Oh das sollte kein Fragezeichen sein. Bin ich wohl irgendwie verrutscht auf der iPad Tastatur.

        Mir gefällt das Preset sehr gut. Es passt meiner Meinung nach von der Farbstimmung sehr gut 🙂

        Antworten

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