Was Fotografie mit Briefmarkensammeln gemeinsam hat

Kurz-Geschichte aus meiner Kindheit

Es ist ein regnerischer Sonntag. Ich bin als etwa 12jährigen Junge bei  meinem Götti (schweizer Bezeichnung für Patenonkel) in den Ferien. Wir sitzen im Esszimmer, er holt eine Schachtel sowie Alben aus dem Schrank und legt diese auf den Esszimmertisch. In der Schachtel hat es unsortierte Briefmarken und in den Alben sind ebenfalls Briefmarken, jedoch säuberlich abgelegt, wie es sich für einen Philatelisten gehört.
Mit grossen Augen blättere ich in den Alben und mein Götti erzählt mir, aus welchen Ländern die Briefmarken stammen, was sie besonders macht und worauf geachtet werden muss, damit eine Briefmarke „Sammlungswürdig“ ist.
„Und warum hast du so viele Briefmarken unsortiert in dieser Schuhschachtel“ wollte ich von ihm Wissen. „Ganz einfach“ – erzählt er mir mit einem glänzen in den Augen – „während der letzten Wochen habe ich immer mal wieder Briefmarken in diese Schachtel gelegt. Diese Briefmarken stammen von Sammlerfreunden, Sammlerbörsen oder Briefen die ich zugeschickt erhalten habe. Immer dann wenn es regnet und ich Zeit und Lust habe, wie am heutigen Regentag, sortiere ich die Briefmarken aus. Ich achte auf Fehlerfreiheit, löse sie vom Couvert ab, trockne sie und lege sie im Album ab und schau mir die Alben an“.

Briefmarkensammeln wurde nie zu meinem Hobby, aber die Geschichte blieb mir in guter Erinnerung.

 

Und was hat das mit Fotografie zu tun?

Die letzten Woche habe ich für meine Verhältnise viele Bilder gemacht. Ich war an einem Schwingfest, fotografierte Morgennebel, besuchte ein Jugendmotocrossrennen und einmal ging ich frühmorgens raus um Morgennebel abzulichten. Auch Familienfotos von diversen Anlässen in den letzten Wochen waren auf der Speicherkarte.
Heute Abend importierte ich diese Bilder in Lightroom. Das ist jetzt sozusagen meine Schuhschatel. An einem der nächsten freien „Regentage“ werde ich die Fotos in Ruhe durchsehen, aussortieren, etwas nachbearbeiten und vermutlich darüber bloggen. Auf diesen Prozess freue ich mich jetzt schon und ich kann heute meinem Patenonkel nachfühlen, welche Freude er hatte, wenn er vor dem „Regentag“ an die Schachtel mit ihren noch nicht gehobenen Schätzen dachte.

 

Und du?

Kennst du dieses Gefühl der Vorfreude?
Lässt du die Bilder manchmal auch während mehrerer Wochen auf dem Chip/Computer bevor du sie aussortierst und bearbeitest?

 

Und was soll das Artikelbild?

Weiss auch nicht genau 🙂 .
Es symbolisiert vielleicht die Vogelperspektive, die ich jetzt noch auf die Bilder habe, bevor ich nahe hinschaue und die Details erkenne.

2 Antworten
  1. Bernd
    Bernd says:

    Hey Dario,

    ich kann das irgendwie nachvollziehen. Wenn man einen richtigen Stapel in Lightroom importiert, freut man sich schon richtig auf Aussortieren und Bearbeiten. An Regentagen geht man oft auch nochmal durch den gesamten Katalog und bleibt immer wieder an Bilder hängen oder bearbeitet sie nochmal ganz anders.

    Ich für meinen Teil lade aber immer gleich alle Bilder nach der Fototour auf den PC und sortiere schonmal grob aus. Ich bin schon während der Tour heiß darauf, die Bilder zu sichten 🙂

    Grüße,
    Bernd

    Antworten
    • Dario
      Dario says:

      Hoi Bernd

      Ja machnmal lade ich die Bilder auch sofort auf den PC aber dann würde die Geschichte nicht mehr so gut passen 🙂
      Gelegentlich stelle ich fest, dass die Bilder nach einer gewissen „Reifezeit“ mir wieder besser gefallen und ich erst dann – mit einer gewissen Distanz – aussortieren.

      Antworten

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